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Obwohl Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp eigens eine "Abwehrtruppe und Spitzel" eingesetzt hatte, geriet er am 11.11. um 11.11 Uhr natürlich in die Fänge der Fastnachter und des "grobgünstigen Narrengerichts". Diese hatten befürchtet, dass sich das Stadtoberhaupt „mit den Einnahmen der Offerta“ absetzen könnte. Stadtmusikanten-Präsident Michael Pustleik warf dem "Amtsschimmel" in der Anklage verbal einiges an den Kopf. Ob es sich der "Öko-Naschkater" etwa auf Steuerzahlerkosten gut gehen lasse: "Verlocken lässt er sich genussvoll mit Mango Monkeys - vom Ökoladen sind diese, etwa bezahlt mit unserem Schotter und Kies?" Er hielt dem "Kreisel-Sparer" auch den Aprilscherz über angebliche Rauchbomben-Aktionen wegen der gesplitteten Abwassergebühr vor.

Außerdem habe der OB Kanzlerin „Angie“ Merkel in der neuen Messe verwirrt, als er ein "Stuttgart 21"-T-Shirt getragen habe und sie alle in der "Messe Stuttgart" begrüßte. Auch der Vorwurf der Unterschlagung fiel: Im vergangenen Jahr habe er beinahe 22 Jahre närrischen Rathaussturm vergessen.

"Handtaschenbegeisterter" Schrempp bittet Frauen ihn zu retten

Schrempp wurde geschniegelt, mit Pomade im Haar und einem Strauß Rosen von den Weierer Geißböck vorgeführt. Fast alle Kritik ließ er gelassen an sich abgleiten und zeigte mit seiner Büttenrede schauspielerisches Talent. Theatralisch konterte er die närrischen Angriffe und zeigte sich als "handtaschenbegeisterter, schuhliebender, modeinteressierter" Traum-Mann von seiner besten Seite. Nicht ohne Hintergedanke: Die Frauen vor dem Rathaus sollten ihn bitteschön vor dem Narrengericht retten. Mit einem Strauß Rosen, den er galant an Gardemädchen und Frauen aus Rheinstetten verteilte, bat er um Sympathie und schließlich um Erbarmen: "Ich bin zu bedingungsloser Kooperation bereit".

Unbeeindruckt verurteilte der Präsident der Eintracht Mörsch, Franz Becker, den Missetäter zu drei Strafen. Oberbürgermeister Sebastian Schrempp musste den Fastnachtern nicht nur den Rathausschlüssel und die Stadtkasse abtreten. Am Schmutzigen Donnerstag soll er im Seniorenzentrum sowie Altenheim Fastnachtsküchle kredenzen. Und er wurde dazu verpflichtet, im kommenden Jahr bei allen Fastnachtsvereinen der Stadt eine Jubel-Laudatio zu halten.

Fastnachtsparty bis in die Puppen…

Um dem närrischen Schnapszahlen-Datum gerecht zu werden, ließen es die Stadtmusikanten und der Forchheimer Elferrat Club am Freitagabend in der Keltenhalle noch richtig krachen. Bis morgens um 3.00 Uhr feierten und tanzten rund 450  meist verkleidete Besucher bei der "Big Eleven"-Party. Dieter Jürgens, der im Gegensatz zu den Bruderbund-Prunksitzungen seine komplette Band mit auf die Bühne nehmen konnte, sang beliebte Partyhits und Schlager-Evergreens. In wechselnden Outfits feuerte er die Feiernden immer wieder an und alberte mit dem Publikum herum, das er zu "Griechischer Wein" aufforderte, den "Tsatsiki" zu tanzen. Die Partystimmung rundete an dem langen Abend "DJ Danny Malle" ab.

 

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